Ordnung der Gefhle
By Mariano DelgadoDer Begriff des habitus zielt auf die Integration der Affektivitt in der Ethik: Um richtig zu handeln, bedarf es nicht nur der richtigen Einsicht, sondern auch der richtigen affektiven Disposition. Dieser Ansatz ist im Unterschied zu modernen Theorien (Utilitarismus, Diskurs-Ethik, Kant) anthropologisch reflektiert und verdient in Zeiten, da das menschliche Selbstverstndnis als Wesen reiner Vernunft lngst an Glaubwrdigkeit verloren hat, neue Beachtung. Die Arbeit verfolgt die Entfaltung des Begriffs bei Aristoteles und Thomas von Aquin, seine Marginalisierung bei Scotus und Ockham, den Versuch seiner Abschaffung bei Luther und Descartes sowie
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Der Begriff des habitus zielt auf die Integration der Affektivitt in der Ethik: Um richtig zu handeln, bedarf es nicht nur der richtigen Einsicht, sondern auch der richtigen affektiven Disposition. Dieser Ansatz ist im Unterschied zu modernen Theorien (Utilitarismus, Diskurs-Ethik, Kant) anthropologisch reflektiert und verdient in Zeiten, da das menschliche Selbstverstndnis als Wesen reiner Vernunft lngst an Glaubwrdigkeit verloren hat, neue Beachtung. Die Arbeit verfolgt die Entfaltung des Begriffs bei Aristoteles und Thomas von Aquin, seine Marginalisierung bei Scotus und Ockham, den Versuch seiner Abschaffung bei Luther und Descartes sowie das Wiederaufleben der damit gemeinten Sache bei Schiller und Kierkegaard. Ein Blick ins 20. Jahrhundert (Gehlen, Bourdieu) rundet die Studie ab. Peter Nickl, geboren 1958 in Mnchen, Studium der Philosophie in Mnchen und in Pavia, 1991-1999 wissenschaftlicher Assistent am Forschungsinstitut fr Philosophie Hannover, Habilitation mit vorliegender Arbeit an der Universitt Regensburg; Privatdozent ebd., z. Zt. Vertretungsprofessor an der Universitt Hannover. Monographie: Jacques Maritain. Eine Einfhrung in Leben und Werk, Paderborn u. a. 1992.