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von C. Garre. AuBerordentlich graB’ und weitschichtig sind die Anforde- rungen an Wissen und Konnen, we1che an den Studenten der Medizin heute geste1lt werden, – und noch wachsen sie Jahr urn Jahr. Das im klinisc en Unterricht Erlemte soIl ihm in seiner kiinftigen Betatigung als praktischer Arzt a1s unverriickbare Grundlage zu jeder Stunde, in allen Verhiiltnissen fur sein Handeln am Krankenbett bereit sein. Dem akademischen Lehrer, deres mit seinem Beruf ernst nimmt, erwachst damit die pflichtmaBige Aufgabe, den Wissens- stoff nicht nur in eine klare, prazise und moglichst einfache Form zu gieBen, sondem zugleich auch Methoden zu wahlen, we1che das Gedachtnis des Studierenden am ehesten una am dauerhaftesten beeindrucken. Die tagliche Erfahrung, wie auch die experimentelle Psycho- Iogie sagen uns, daB die bildmaBige Anschauung es ist, welche in bezug auf Haftvermogen in der Erinnerung und der Moglichkeit unmitte1barer praktischer Auswertung allen anderen didaktiscl … en Hilfsmitteln weit iiberlegen ist. Das bildmaBig farbig Erschaute bleibt uns vom Bilderbuch unserer Kinderjahre bis ins spate Alter erhalten, – wahrend j edes abstrakte Wissen von J ahr zu Jahr mehr verblaBt und jede durch logische Ableitung vermittelte Erkenntnis auf demselben Wege erst wiederaufgesucht und er- neut gefunden werden muB. Treffend sagt der Heidelberger Pathologe P. Ernst: in der Lehre, in Erziehung und Unterricht herrsche die Anschauung, denn eine Welt des Auges ist eine reichere Mitgift fUr den jungen Arzt als ein Schulsack vall mathematischer IV Geleitwort. Formeln, und Kurven; – eine kraftvolle, farben- und gestalten- frohe Anschauung tut uns not.

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